A CAPELLA OUTING
Ich war ja vor kurzem noch ein paar Blogs weiter gezwungen, mich als völlig amusischen Menschen zu outen... Das hat mich eine gewisse Überwindung gekostet, aber jetzt, wo es raus ist, gibt es kein Halten mehr und deshalb kann es - dem Gesetz der schiefen Bahn folgend - nur ein Weiter geben:
Sehe ich einen Menschen, für den die Musik eine aktiv praktizierte Ausdrucksmöglichkeit darstellt, dann wallen in mir augenblicklich die niedrigsten Instinkte auf:
Ich werde sozusagen senfgelb vor Neid...
Dabei spielt die Musik in den wechselnden Befindlichkeiten meines Lebens gar nicht einmal eine kleine Rolle.
(Ich besaß sogar einmal eine ausgewählt feine Sammlung klassischer Musik, die allerdings kriegswirrenbedingt verloren gegangen ist.)
Als ich, es war einmal, mit einer überhandnehmenden Depression zu kämpfen hatte, besuchte ich - eher durch glückliche Fügung, als aus freiem Entschluss - ein Konzert.
Die Wirkung der Musik war so gewaltig, dass ich nach kurzer Zeit die Flucht ergreifen musste...
Ein auf keine Weise zu beherrschendes Schluchzen hatte sich in mir aufgestaut...berechtigterweise stand zu fürchten, dass ein Ausbruch den musikalischen Vortrag empfindlich stören würde und aus Scham und Furcht flüchtete ich aus dem Konzerthaus.
Seit diesem Erlebnis vertraue ich auf die kathartische Wirkung der Musik, wenn auch als völlig passiver und desto ausgelieferterer Konsument.
Musik - klassische ebenso wie populäre - findet in mir also einen ziemlich leptosomen Resonanzkörper, wie denn überhaupt sich die Kraft der 'Gefühle' gerne einen vermittelten Ausdruck an dem verschafft, was der gemeine Mensch 'KUNST' nennt.
Allerdings bin ich in meiner Haltung dem 'Schönen' und 'Erhabenen' gegenüber weder fleissig, noch beflissen...
Im Gegenteil:
Die Forderung, "dass man b e g r e i f e n müsse, was einen e r g r i f f e n habe', erschien mir schon immer ebenso einleuchtend, wie unbequem...
Damit bin ich dann aber auch schon am anderen Anfang meiner 'Konfessionen' angelangt:
Faul bin ich auch noch und ich liege lieber auf dem weichen 'Pfühl' der 'Ergriffenheit', als mich mit den hart im Raum stehenden Dingen des täglichen Lebens auseinander zu setzen...
Hätte mein Leben ein Motto, es müsste lauten:
Das Leben ist ein Brett, das niemals überzwerch
gehobelt werden sollte
'Murder On The Dancefloor'
Sehe ich einen Menschen, für den die Musik eine aktiv praktizierte Ausdrucksmöglichkeit darstellt, dann wallen in mir augenblicklich die niedrigsten Instinkte auf:
Ich werde sozusagen senfgelb vor Neid...
Dabei spielt die Musik in den wechselnden Befindlichkeiten meines Lebens gar nicht einmal eine kleine Rolle.
(Ich besaß sogar einmal eine ausgewählt feine Sammlung klassischer Musik, die allerdings kriegswirrenbedingt verloren gegangen ist.)
Als ich, es war einmal, mit einer überhandnehmenden Depression zu kämpfen hatte, besuchte ich - eher durch glückliche Fügung, als aus freiem Entschluss - ein Konzert.
Die Wirkung der Musik war so gewaltig, dass ich nach kurzer Zeit die Flucht ergreifen musste...
Ein auf keine Weise zu beherrschendes Schluchzen hatte sich in mir aufgestaut...berechtigterweise stand zu fürchten, dass ein Ausbruch den musikalischen Vortrag empfindlich stören würde und aus Scham und Furcht flüchtete ich aus dem Konzerthaus.
Seit diesem Erlebnis vertraue ich auf die kathartische Wirkung der Musik, wenn auch als völlig passiver und desto ausgelieferterer Konsument.
Musik - klassische ebenso wie populäre - findet in mir also einen ziemlich leptosomen Resonanzkörper, wie denn überhaupt sich die Kraft der 'Gefühle' gerne einen vermittelten Ausdruck an dem verschafft, was der gemeine Mensch 'KUNST' nennt.
Allerdings bin ich in meiner Haltung dem 'Schönen' und 'Erhabenen' gegenüber weder fleissig, noch beflissen...
Im Gegenteil:
Die Forderung, "dass man b e g r e i f e n müsse, was einen e r g r i f f e n habe', erschien mir schon immer ebenso einleuchtend, wie unbequem...
Damit bin ich dann aber auch schon am anderen Anfang meiner 'Konfessionen' angelangt:
Faul bin ich auch noch und ich liege lieber auf dem weichen 'Pfühl' der 'Ergriffenheit', als mich mit den hart im Raum stehenden Dingen des täglichen Lebens auseinander zu setzen...
Hätte mein Leben ein Motto, es müsste lauten:
Das Leben ist ein Brett, das niemals überzwerch
gehobelt werden sollte
'Murder On The Dancefloor'
walhalladada - 15. Nov, 07:42
14 Kommentare - Kommentar verfassen - 631 Klicks - 0 Trackbacks
ConAlma - 15. Nov, 08:19
Amusisch? Na hörn Sie mal! Das ist schon allein aufgrund der von Ihnen geschilderten Szene im Konzertsaal ganz unmöglich.
Zudem: where's rhythm, there's music. Oder waren das keine Tanzschuhe? ;-)
Zudem: where's rhythm, there's music. Oder waren das keine Tanzschuhe? ;-)
walhalladada - 15. Nov, 16:33
Rhythm is a dancer...
und überhaupt, die ewige Husterei in Konzertsälen und das verabscheungswürdige Zerklatschen der aktiven Schlusstöne...,
deutet das vielleicht wohlmeinend nicht drauf hin, dass hier innere Erregungen weggelärmt werden sollen?
Ich find es sehr schön, dass Sie mein hoffentlich nicht nur 'kokettes' Outing in dieser Beziehung so von der Hand weisen :>)
deutet das vielleicht wohlmeinend nicht drauf hin, dass hier innere Erregungen weggelärmt werden sollen?
Ich find es sehr schön, dass Sie mein hoffentlich nicht nur 'kokettes' Outing in dieser Beziehung so von der Hand weisen :>)
Nachtbriefkasten - 15. Nov, 09:50
Sg. Hr. W.
"Die Forderung, "dass man b e g r e i f e n müsse, was einen
e r g r i f f e n habe', erschien mir schon immer ebenso einleuchtend, wie unbequem..."
Diese Forderung ist meines Erachtens eine Überforderung.
Geht mit der Erfgriffenheit (Stichwort "Kunst") zugleich ein Licht auf so ist das das eine. Der Glücksmoment. Versucht man aber dem, das einen ergriffen hat, sofort und auch gegen eigenes Widerstreben mit dem Skalpell des Begreifens beizukommen, wird das Objekt der Begierde schnell ausbluten - und an Leuchtkkraft verlieren.
Ihr Zugang scheint mir da ein guter zu sein.
Das mit der Musik - Einst las ich von einem Schriftsteller, der schrieb über sich selbst, dass er Musik nur etrüge, wenn er sich gerade in einer absoluten Jubelphase befinde - ausserhalb dieser Phasen - also meistens - ergriffe ihn Musik so sehr, dass er fürchte, er müsse sich auf der Stelle selbst töten, würde er welche hören. Deswegen saß er lieber in der Stille. Wenn das nicht für einen musischen Geist spricht...
e r g r i f f e n habe', erschien mir schon immer ebenso einleuchtend, wie unbequem..."
Diese Forderung ist meines Erachtens eine Überforderung.
Geht mit der Erfgriffenheit (Stichwort "Kunst") zugleich ein Licht auf so ist das das eine. Der Glücksmoment. Versucht man aber dem, das einen ergriffen hat, sofort und auch gegen eigenes Widerstreben mit dem Skalpell des Begreifens beizukommen, wird das Objekt der Begierde schnell ausbluten - und an Leuchtkkraft verlieren.
Ihr Zugang scheint mir da ein guter zu sein.
Das mit der Musik - Einst las ich von einem Schriftsteller, der schrieb über sich selbst, dass er Musik nur etrüge, wenn er sich gerade in einer absoluten Jubelphase befinde - ausserhalb dieser Phasen - also meistens - ergriffe ihn Musik so sehr, dass er fürchte, er müsse sich auf der Stelle selbst töten, würde er welche hören. Deswegen saß er lieber in der Stille. Wenn das nicht für einen musischen Geist spricht...
walhalladada - 15. Nov, 18:25
'Germanistische Germknödel...'
Jede Analyse hat ja auch eine gewisse zerstörerische Absicht, die 'Zergliederung' des Objekts in Begrifflichkeiten ist immer auch Übergriff.
(Benn spricht von 'mänadischer Analyse' in einem Gedicht)
Mitunter verschwindet das Objekt und die Interpretation tritt an dessen Stelle. Nun legitimiert sich ja die 'professionelle' Auseinandersetzung mit den Spielarten der Kunst eben als eine wissenschaftliche und ich bin dieser Auseinandersetzung nicht unbedingt abhold...
Es ist immer die Frage, ob die Interpretation die "Leuchtkraft" ihres Objektes konservieren kann, oder nicht. Eine gelungene Interpretation kann sogar für die Erstelektrifizierung sorgen und das Objekt erst zum Leben erwecken. In jedem Fall eine Gratwanderung, aber wenn man überhaupt b e g r e i f t,
dass man e r g r i f f e n ist, dann ist ja auch schon viel geschehen...
Und das mit der 'Jubelphase', da ist was dran, wobei man dann in einer solchen wahrscheinlich nicht die 'Kindertotenlieder' hören möchte...
(Benn spricht von 'mänadischer Analyse' in einem Gedicht)
Mitunter verschwindet das Objekt und die Interpretation tritt an dessen Stelle. Nun legitimiert sich ja die 'professionelle' Auseinandersetzung mit den Spielarten der Kunst eben als eine wissenschaftliche und ich bin dieser Auseinandersetzung nicht unbedingt abhold...
Es ist immer die Frage, ob die Interpretation die "Leuchtkraft" ihres Objektes konservieren kann, oder nicht. Eine gelungene Interpretation kann sogar für die Erstelektrifizierung sorgen und das Objekt erst zum Leben erwecken. In jedem Fall eine Gratwanderung, aber wenn man überhaupt b e g r e i f t,
dass man e r g r i f f e n ist, dann ist ja auch schon viel geschehen...
Und das mit der 'Jubelphase', da ist was dran, wobei man dann in einer solchen wahrscheinlich nicht die 'Kindertotenlieder' hören möchte...
schneck06 - 16. Nov, 20:31
nur eine frage: welche kriegswirren meinten sie denn?
schneck06 - 16. Nov, 21:40
also herr schein! bei österreich-ungarrrrn gabs doch noch fast keine schallplatten. nein, jetzt gerade beim denken während des kommentierens, verstehe ich sie erst: sie meinten ihre (erste?) SCHEIDUNG wahrscheinlich! habe diesbezüglich schon öfter von verlorengegangenen schallplattensammlungen gehört (es muß eine menge frauen mit un-endlichen plattensammlungen geben...).
aber zurück zu ihrem beitrag: mit dieser jetzigen interpretation erschließt sich mir ihr beitrag so allmählich. daher: vielen dank für die kryptische antwort.
oder hatten sie einen jugoslawien-krieg gemeint? ;-).......
aber zurück zu ihrem beitrag: mit dieser jetzigen interpretation erschließt sich mir ihr beitrag so allmählich. daher: vielen dank für die kryptische antwort.
oder hatten sie einen jugoslawien-krieg gemeint? ;-).......
schneck06 - 16. Nov, 22:05
na vielen dank.
walhalladada - 1. Sep, 13:01
ich habe (letztlich) zu danken!
steppenhund - 17. Nov, 19:46
musikalisch
sein ist ganz einfach. Für mich ist es vergleichbar mit Schokolade futtern.
Ravel = Chili-Schokolade, Richard Strauss ist Orangenschokolade, Richard Wagner ist Zotter mit Nuss oder Maroni, Anton Bruckner ist eine 300g Milka reine Milchschokolade. Beethoven ist ein ganzer Angebotsstand mit Milkaschokoladen im Sonderangebot - alle Sorten. Bach ist eine 70%-Criollo.
Und so geht es weiter. Tschaikovskys erstes Klavierkonzert assoziiere ich unfairerweise mit Rumkugeln. Unfair deswegen, weil die Komposition viel feiner als die deftige Grobheit der Rumkugel ist.
-
Und das gemeinsamste Argument ist die Sucht nach Fortsetzung. Höre ich in ein gutes Stück hinein, so will ich nicht aufhören zu hören.
Bei guter Schokolade bin ich auch immer ganz ergriffen!!!!!
Ravel = Chili-Schokolade, Richard Strauss ist Orangenschokolade, Richard Wagner ist Zotter mit Nuss oder Maroni, Anton Bruckner ist eine 300g Milka reine Milchschokolade. Beethoven ist ein ganzer Angebotsstand mit Milkaschokoladen im Sonderangebot - alle Sorten. Bach ist eine 70%-Criollo.
Und so geht es weiter. Tschaikovskys erstes Klavierkonzert assoziiere ich unfairerweise mit Rumkugeln. Unfair deswegen, weil die Komposition viel feiner als die deftige Grobheit der Rumkugel ist.
-
Und das gemeinsamste Argument ist die Sucht nach Fortsetzung. Höre ich in ein gutes Stück hinein, so will ich nicht aufhören zu hören.
Bei guter Schokolade bin ich auch immer ganz ergriffen!!!!!
walhalladada - 18. Nov, 12:00
Lieber Steppenhund
und welcher Musik entspricht dann diese hier?
P.S.: Hab ich bei Ihnen und ConAlma gelernt...
Dank an dieser Stelle!
P.S.: Hab ich bei Ihnen und ConAlma gelernt...
Dank an dieser Stelle!
sopran (Gast) - 19. Nov, 23:27
Dank und Huldigung für die sachgerechte Verwendung des Wortes überzwerch.
Das Brett quer zur Faser hobeln hieß zu Grimms Zeiten noch "überzwerchen", in den Tischlereien der Gegenwart sagt man einfach "zwerchen".
Das Brett quer zur Faser hobeln hieß zu Grimms Zeiten noch "überzwerchen", in den Tischlereien der Gegenwart sagt man einfach "zwerchen".
walhalladada - 6. Dez, 16:06
Es war und ist mir ein Vergnügen!


Trackback URL:
http://walhalladada.twoday.net/stories/2935857/modTrackback