MEHR TROJA
(Aus der Abteilung 'Deutsche Geister', Heute:
'Traum & Erwachen II', Walter Benjamins 'Passagen-Werk')

Quelle
Frau Katiza verweist ihrerseits wiederum auf eine andere Seite Walter Benjamins, die aus naheliegenden Gründen vor allem in den 80iger Jahren eine starke Aufmerksamkeit gefunden hat, nämlich die des 'Haschischessers'.
Von den 'Experimenten' Benjamins nicht nur mit Cannabis,
sondern auch mit Opium und Mescalin geben seine sogenannten 'Crocknotizen' Auskunft. Mich interessiert hier aber weniger die Tatsache, dass a u c h Benjamin den Rausch als eine Erfahrungsmöglichkeit in Betracht gezogen hat. (Damit es nicht zu Missverständnissen kommt, skandiere ich hier gerne & laut & im Brustton der Überzeugung: KEINE MACHT DEN DROGEN! Ich hoffe, das genügt :)
Nein, von vornehmlichem Interesse soll an dieser Stelle sein,
dass die mehr oder weniger genau protokollierten Drogenversuche (u. a. mit Ernst Bloch zusammen) etwas von Benjamin festhalten, was sonst in seinem Werk eine kaum so deutliche Rolle spielt: seinen Humor:
Als er anlässlich einer solchen Gelegenheit wohl wiederholt genötigt wird, doch etwas zu essen, lehnt er dieses Ansinnen mit den Worten ab: "Und wenn Sie sich zu diesem Zweck Jamben vorbinden, ich esse nichts".
In einer weiteren Rauschsituation steht Benjamin am Fenster, wo er ungeduldig das Eintreffen eines Freundes erwartet.
Als er zwei Radfahrer auf der Straße sieht, kommentiert er: "Angeradelt kann er ja doch nicht kommen. Und gar zu zweit".
Kein Zweifel besteht für Benjamin in einem anderen Zusammenhang daran, dass sich Parallelen in der Unendlichkeit schneiden: "Das sieht man doch".
Was aber diese Drogenexperimente Benjamins im eigentlichen Sinn so interessant macht, ist der unmittelbar theoretische Niederschlag, den sie in seiner grundlegenden Auseinandersetzung mit dem Surrealismus gefunden haben. Benjamin erkennt eben in der surrealistischen Poetik die 'rauschhafte Übung und Vorfeier zu der historischen Erfahrung', dass das Individuum 'aus eigenen Ressourcen Sinn nicht mehr restituieren kann':
"Diese Lockerung des Ich durch den Rausch ist zugleich die fruchtbare, lebendige Erfahrung, die diese Menschen aus dem Bannkreis des Rausches heraustreten lässt."
Auch hier geht es Benjamin letztlich um das dialektische Potential, welches in der 'Ernüchterung' liegt. Nicht der Rausch an und für sich, sondern das 'Erwachen' aus diesem steht mithin im Zentrum seiner 'Crocknotizen'.
'Ain't nothing but the real thing...'
'Traum & Erwachen II', Walter Benjamins 'Passagen-Werk')

Quelle
Frau Katiza verweist ihrerseits wiederum auf eine andere Seite Walter Benjamins, die aus naheliegenden Gründen vor allem in den 80iger Jahren eine starke Aufmerksamkeit gefunden hat, nämlich die des 'Haschischessers'.
Von den 'Experimenten' Benjamins nicht nur mit Cannabis,
sondern auch mit Opium und Mescalin geben seine sogenannten 'Crocknotizen' Auskunft. Mich interessiert hier aber weniger die Tatsache, dass a u c h Benjamin den Rausch als eine Erfahrungsmöglichkeit in Betracht gezogen hat. (Damit es nicht zu Missverständnissen kommt, skandiere ich hier gerne & laut & im Brustton der Überzeugung: KEINE MACHT DEN DROGEN! Ich hoffe, das genügt :)
Nein, von vornehmlichem Interesse soll an dieser Stelle sein,
dass die mehr oder weniger genau protokollierten Drogenversuche (u. a. mit Ernst Bloch zusammen) etwas von Benjamin festhalten, was sonst in seinem Werk eine kaum so deutliche Rolle spielt: seinen Humor:
Als er anlässlich einer solchen Gelegenheit wohl wiederholt genötigt wird, doch etwas zu essen, lehnt er dieses Ansinnen mit den Worten ab: "Und wenn Sie sich zu diesem Zweck Jamben vorbinden, ich esse nichts".
In einer weiteren Rauschsituation steht Benjamin am Fenster, wo er ungeduldig das Eintreffen eines Freundes erwartet.
Als er zwei Radfahrer auf der Straße sieht, kommentiert er: "Angeradelt kann er ja doch nicht kommen. Und gar zu zweit".
Kein Zweifel besteht für Benjamin in einem anderen Zusammenhang daran, dass sich Parallelen in der Unendlichkeit schneiden: "Das sieht man doch".
Was aber diese Drogenexperimente Benjamins im eigentlichen Sinn so interessant macht, ist der unmittelbar theoretische Niederschlag, den sie in seiner grundlegenden Auseinandersetzung mit dem Surrealismus gefunden haben. Benjamin erkennt eben in der surrealistischen Poetik die 'rauschhafte Übung und Vorfeier zu der historischen Erfahrung', dass das Individuum 'aus eigenen Ressourcen Sinn nicht mehr restituieren kann':
"Diese Lockerung des Ich durch den Rausch ist zugleich die fruchtbare, lebendige Erfahrung, die diese Menschen aus dem Bannkreis des Rausches heraustreten lässt."
Auch hier geht es Benjamin letztlich um das dialektische Potential, welches in der 'Ernüchterung' liegt. Nicht der Rausch an und für sich, sondern das 'Erwachen' aus diesem steht mithin im Zentrum seiner 'Crocknotizen'.
'Ain't nothing but the real thing...'
walhalladada - 30. Jan, 23:20
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conalma.twoday.net - 31. Jan, 00:30
Winterfreuden: Lockerung des Ich
Frau Alma sucht ihr Vergnügen... [weiter]



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