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(Aus der Abteilung: 'Begehren Sie uns bald wieder...')

Hans Holbein d.J.: "Die Gesandten", 1533.
(National Galery, London)
A - der edelste, ursprünglichste aller Laute, aus Brust und Kehle voll erschallend, den das Kind zuerst und am leichtesten hervor bringen lernt, den mit Recht die Alphabete der meisten Sprachen an ihre Spitze stellen...
(aus dem Grimmschen Wörterbuch)
"Wenn wir eine Sache direkt betrachten, d.h. von einem nüchternen Standpunkt aus, sehen wir sie, wie sie wirklich ist, während uns der durch unser Begehren und unsere Ängste verwirrte Blick (schräg betrachtet) ein verzerrtes, verschwommenes Bild vermittelt.
In der Anamorphose ist die Relation genau umgekehrt:
Wenn wir eine Sache direkt betrachten, d.h. von einem nüchternen, unbeteiligten, objektiven Standpunkt aus,
sehen wir einen unförmigen Fleck; das Objekt nimmt nur
dann klare und unterscheidbare Züge an, wenn wir es von der Seite her ansehen, d.h. mit einem anteilnehmenden Blick, mit einem vom Begehren getragenen, durchdrungenen und verzerrten Blick.
Genau dieser 'Blick' fixiert das Lacansche 'objet petit a',
die Objekt-Ursache des Begehrens: ein Objekt,
das in gewisser Hinsicht vom Begehren selbst postuliert wird. Das Paradox des Begehrens ist, dass es retroaktiv seine eigene Ursache postuliert, d.h. ein Objekt, das nur mit dem durch das Begehren verzerrten Blick wahrgenommen werden kann, ein Objekt, das für einen objektiven Blick nicht existiert.
Mit anderen Worten, das 'objet petit a' wird immer,
per Definition, verzerrt wahrgenommen, da es außerhalb dieser Entstellung 'an sich' nicht existiert, d.h. da es nichts ist als die Verkörperung, die Materialisierung dieser Entstellung, dieses Mehrs an Verwirrung und Unruhe, die das Begehren in die sogenannte objektive Realität bringt.
Dieses Objekt ist „objektiv“ nichts, es ist überhaupt nichts, nichts von dem Begehren selbst, das, aus einer bestimmten Perspektive gesehen, die Form eines „etwas“ annimmt (...) Es ist gerade die Logik des Begehrens (und nur diese), die die bekannte Weisheit „Von nichts kommt nichts“ Lügen straft“:
In der Bewegung des Begehrens „kommt Etwas von Nichts“, - es trifft zu, dass die Objekt-Ursache des Begehrens ein bloßer Schein ist, aber nichtsdestotrotz löst sie eine ganze Kette von Konsequenzen aus, die unser 'materielles', 'effektives' Leben und Handeln bestimmen.“
(Žižek, Slavoj: 'Mehr-Genießen, Lacan in der Populärkultur,
Wien 1992, S.21f.)
'Goodbye Mr. A'

Hans Holbein d.J.: "Die Gesandten", 1533.
(National Galery, London)
A - der edelste, ursprünglichste aller Laute, aus Brust und Kehle voll erschallend, den das Kind zuerst und am leichtesten hervor bringen lernt, den mit Recht die Alphabete der meisten Sprachen an ihre Spitze stellen...
(aus dem Grimmschen Wörterbuch)
"Wenn wir eine Sache direkt betrachten, d.h. von einem nüchternen Standpunkt aus, sehen wir sie, wie sie wirklich ist, während uns der durch unser Begehren und unsere Ängste verwirrte Blick (schräg betrachtet) ein verzerrtes, verschwommenes Bild vermittelt.
In der Anamorphose ist die Relation genau umgekehrt:
Wenn wir eine Sache direkt betrachten, d.h. von einem nüchternen, unbeteiligten, objektiven Standpunkt aus,
sehen wir einen unförmigen Fleck; das Objekt nimmt nur
dann klare und unterscheidbare Züge an, wenn wir es von der Seite her ansehen, d.h. mit einem anteilnehmenden Blick, mit einem vom Begehren getragenen, durchdrungenen und verzerrten Blick.
Genau dieser 'Blick' fixiert das Lacansche 'objet petit a',
die Objekt-Ursache des Begehrens: ein Objekt,
das in gewisser Hinsicht vom Begehren selbst postuliert wird. Das Paradox des Begehrens ist, dass es retroaktiv seine eigene Ursache postuliert, d.h. ein Objekt, das nur mit dem durch das Begehren verzerrten Blick wahrgenommen werden kann, ein Objekt, das für einen objektiven Blick nicht existiert.
Mit anderen Worten, das 'objet petit a' wird immer,
per Definition, verzerrt wahrgenommen, da es außerhalb dieser Entstellung 'an sich' nicht existiert, d.h. da es nichts ist als die Verkörperung, die Materialisierung dieser Entstellung, dieses Mehrs an Verwirrung und Unruhe, die das Begehren in die sogenannte objektive Realität bringt.
Dieses Objekt ist „objektiv“ nichts, es ist überhaupt nichts, nichts von dem Begehren selbst, das, aus einer bestimmten Perspektive gesehen, die Form eines „etwas“ annimmt (...) Es ist gerade die Logik des Begehrens (und nur diese), die die bekannte Weisheit „Von nichts kommt nichts“ Lügen straft“:
In der Bewegung des Begehrens „kommt Etwas von Nichts“, - es trifft zu, dass die Objekt-Ursache des Begehrens ein bloßer Schein ist, aber nichtsdestotrotz löst sie eine ganze Kette von Konsequenzen aus, die unser 'materielles', 'effektives' Leben und Handeln bestimmen.“
(Žižek, Slavoj: 'Mehr-Genießen, Lacan in der Populärkultur,
Wien 1992, S.21f.)
'Goodbye Mr. A'
walhalladada - 15. Mai, 00:23
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